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Deutschlandtour

 

Ausgangsort: Freiburg

Zielort: Niebüll

Gesamtstrecke: ca. 1400km

 

Etappen  (17.5. – 31.5.2002)                                                      

    1. Etappe: Freiburg – Rhinau/F • ca.60km
    2. Etappe: Rhinau – Mechtersheim/D • ca.160km
    3. Etappe: Mechtersheim – Trechtlingshausen • ca.25km
    4. Etappe: Trechtlingshausen - Köln • ca.170km
    5. Etappe: Köln – an die Ruhr (bei Bochum) • ca.80km
    6. Etappe: von der Ruhr (bei Bochum) – Ladbergen • ca.130km
    7. Etappe: Ladbergen – Eitzendorf • ca.170km
    8. Etappe: Eitzendorf – Hamburg-Bergedorf • ca.120km
    9. Etappe: Hamburg-Bergedorf – Kollmar • ca.65km
    10. Etappe: Kollmar – Büsum • ca.90km
    11. Etappe: Büsum – Nordstrand • ca.90km
    12. Etappe: Nordstand • ca.15km
    13. Etappe: Nordstrand – (Niebüll) Dagebüll • ca.75km
    14. Etappe: Dagebüll – Niebüll • ca.13km und mit dem Zug zurück nach Freiburg
 

Tourbeschreibung

 

Freiburg – Riegel – Barrage de Marckolsheim – Rhinau #ca.60km:

„Gemütliches“ Einrollen am Freitag Nachmittag, um schon ein wenig weg von Freiburg zu kommen (der Urlaub beginnt außerhalb des „Dunstkreises“ des eigenen Wohnortes). Das hieß für uns rüber zum und nördlich am Kaiserstuhl vorbei. Dort haben wir auch die ersten Hasen dieser Tour gesehen. Seitdem verging kaum ein Tag, ohne dass wir keinen Hasen gesehen haben- das nur nebenbei. Ein sehr heißer, schwüler Tag. Bei Marckholsheim ging es über den Rhein und dann immer den Rhein entlang in Richtung Norden. In Rhinau steuerten wir den ersten Campingplatz an.

 

Rhinau – Straßburg – Kehl – Staustufe Iffezheim – Wörth – Germersheim – Mechtersheim #ca.160km:

Ein Rheintag mal links, bei Kehl dann rechts, bei Iffezheim wieder links entlang. Von Rhinau sind es wenige Kilometer nach Krafft. Dort nach dem Kanal rechts abgebogen beginnt ein sehr schönes Naturreservat mit größerem Gewässer, sehr idyllisch nur wenige Kilometer vor Straßburg. Von Kehl ging es mal auf dem Deich mal dahinter bis zur Staustufe nach Iffezheim. Hier wieder rüber nach Frankreich und weiter am Rhein entlang. Immer mal wieder drängt sich ein Wettrennen mit den Booten auf. Sehr schöne und gemütliche Strecke. Da wir aber noch bis Germersheim kommen wollten, die Zeit etwas vorangeschritten war, waren wir spätestens in Wörth (D), linksrheinisch, weg von den Schotterpisten, Feld- Wald und Kanalwegen. Schon recht abgekämpft freuten wir uns auf den Campingpl... . Naja, da wollten wir wirklich nicht bleiben. Es schimpfte sich zwar Campingplatz, hatte aber keine Duschen, dafür den besten Blick auf eine riesige Industrieanlage. Trotz Ermattung und großer Enttäuschung rafften wir uns, auf den nächst gelegenen Campingplatz anzusteuern. An einem kleinen See zwischen Germersheim und Mechtersheim fanden wir ihn. Es war schon etwas spät und für die Duschen mussten wir uns von anderen Campern den Schlüssel leihen. Lohnte sich aber.

Die Heimsetappe: Mechtersheim – Schwegen... – Igggel... – Schauern... – Fußgön... – Weisen... – Laumers... – Mons... – Grund... – Dittels... – Gau-Odern... – Biebeln... – Spies... – Wörrstadt(!) – Ober-Hilbers... – Aspis... – Dromers... – Büdes... – Bingen (endlich) - Trechtlingshausen #ca.125km:

Einmal durch die Pfalz. An den Rhein sollten wir erst wieder in Bingen kommen. Wieder ein heißer Tag durch die Pfälzer Weinberge. Richtig schön ist der Abschnitt zwischen Dittelsheim und Bingen: zum Teil eine Art Höhenstraße, die immer wieder sehr schöne Blicke in die Ferne bietet. Verdient haben wir uns den sehr schön direkt am Rhein gelegenen Campingplatz. Den Abend verbrachten wir damit das Geschehen auf dem Rhein zu beobachten. Kähne, Partyboote, Wasserski, der Zug auf der anderen Seite, Wasservögel, kleine Privatboote... .

Trechtlingshausen – Boppard – Koblenz – Bonn – Köln #ca.170km:

Das Schöne dieser Etappe war, die Strecke in diesem spektakulären Rheintal selbst, dass das Wetter sehr schön war, dass es fast nur auf Radwegen entlang ging und wir für diesen Abschnitt keine Karte brauchten. Die Kehrseite: Sonnenbrand (ok, unsere Schuld), zum Teil Überfüllung auf den Radwegen wegen Pfingstmontag (man hätte diese vierspurig ausbauen müssen), und, da wir keine Karte hatten, hatten wir uns in der Entfernung auch ein wenig verschätzt. Aber da wir in Köln verabredet waren, wollten wir auch dort ankommen. So waren die letzten 20-30km doch etwas quälend und die Suche in Köln etwas mühsam. Die anderen 140km waren herrlich – ein absolutes Highlight der Tour. Ständig am Rhein mit Burgen, Schlössern, den ganzen Booten... es gab immer was zu sehen und verfahren kann man sich unterwegs wirklich nicht.

Köln – Leverkusen – Langenfeld – Neandertal – Düssel – Neviges – Langenberg – an der Ruhr #ca.80km:

Stark geplättet vom Vortag, ging es relativ spät los. Zudem mussten wir für Malte eine halblange Hose kaufen, um die Oberschenkel vor weiterer Sonne zu schützen. Genauso wurde ein Tuch unter der Kappe angebracht um den Nacken zu schützen. Es war nicht einfach den Weg aus Köln raus, über den Rhein Richtung und durch Leverkusen zu finden (oder heißt dieser Ort doch Bayer?). Wie und warum wir in Langenfeld gelandet sind um Mittag zu machen, ist im Nachhinein auch nicht 100%ig nachvollziehbar. Was aber bemerkenswert war an diesem Ort war, dass hier für uns Norden anfing, aufgrund der roten Backsteinhäuser - das ist uns hier zum ersten Mal aufgefallen. Es war eher zufällig, dass wir dann ausgerechnet im Neandertal vorbeikamen. Diese Etappe wurde von da an noch richtig schön. Erkenntnis des Tages: Der Pott ist grün. Auf sehr idyllischen Wald- Wiesenwegen steuerten wir – es war schon recht spät - den Campingplatz oberhalb der Ruhr an.

von der Ruhr – Bochum – Herne – Waltrop – Selm – Nordkirchen – Ottmarsbocholt – Münster – Ladbergen #ca.130km:

Idyllische Ruhr im Morgennebel ehe es hoch aus dem Tal nach Bochum und Herne ging. Ab Herne folgten wir am Dortmund-Ems-Kanal nach Waltrop. Auf dem Weg nach Münster bekamen wir schon einen kleinen Vorgeschmack auf die ländliche, flache Einsamkeit des Nordens, was sich am nächsten Tag noch stärker fortsetzen sollte. Vor Münster stießen wir ein zweites Mal zum Dortmund-Ems-Kanal, der uns östlich um den Stadtkern herumführte. Der Radweg in Richtung Ladbergen führte mal vom Kanal weg und dann wieder ran. Kreuz und quer bis sich das Gefühl breit machte, dass wir hier verar... , dass wir große Umwege fahren. So vertrauten wir unserer Karte und nicht mehr den Radwegschildern um nach Ladbergen zu kommen, da die Regenfront an diesem sonst sehr freundlichen Tag immer näher kam. Die Regenpause wurde in Ladbergen für den Einkauf genutzt. Nördlich von Ladbergen, bei Oberbeck fanden wir schließlich den Campingplatz.

Ladbergen – Tecklenburg – Lotte – Bramsche – Dümmer (See) – Wagenfeld – Varrel – Rathlosen – Sudwalde – Bruchhausen – Martfeld – Eitzendorf #ca.170km:

Es hat sich angekündigt: Die „platte Hölle“. Auf Sandwegen und von Hunden gejagt. Waren wir einmal in Tecklenburg über den Teuteburger Wald drüber (die einzige Serpentine der Tour war im Anstieg nach Tecklenburg), war es nur noch flach und rural. In der Nähe des Dümmer wurde die Gegend sehr moorig. Manchmal nieselte es, der Wind, wenn er kam, kam zum Glück von hinten. Manche Zwischenabschnitte mussten wir auf größeren Straßen zurücklegen. Da war man doch wieder froh um die Einsamkeit der Nebenstrecken, auch wenn diese mal aus Pflasterstein, ungeteert oder manchmal matschig lehmig waren. Der Karte sei Dank, dass wir trotzdem meistens da raus kamen, wo wir wollten, und schließlich auch auf dem Campingplatz bei Eitzfeld, nahe der Weser.

Eitzendorf – Verden – Kirchwalsede – Schneverdingen – Wilseder Berg (169m!) – Hanstedt – Ashausen – Elbfähre Kirchwerder – Bergedorf #ca.120km:

Früh wollten wir los, waren ja schließlich in Hamburg-Bergedorf verabredet. Der Blick auf die Fahrraduhr sagte uns zunächst „7 Uhr“ – also raus aus den Schlafsäcken, einpacken und los. Wir waren schon zu wach, als wir feststellten, dass es erst kurz nach 5 Uhr war und die Fahrraduhr noch die Gesamtfahrtzeit des Vortages angab. Nun ja, wie war das mit dem Vogel und dem Wurm? Früh morgens unterwegs zu sein hat auch was und so wurde es doch insgesamt an sehr entspannter schöner Tag. Wenn man zu Mittag in Schneverdingen bereits 2/3 der Tagesstrecke hinter sich hat, ist das auch schon was. Nun ging es durch die Lüneburger Heide. Ein unvergesslich witziger Kampf auf Sandwegen hoch zum höchsten Punkt – den Wilseder Berg – mit einer Passhöhe von 169m. Vor allem der letzte 5m lange Schlussanstieg hatte es in sich: durchdrehender Hinterreifen. Einmal oben angekommen erstmal Pause, Zelt auspacken und trocknen lassen (was bei dem frühen Aufbruch nicht möglich war). Auf ähnlich beschaulichen Wegen wieder hinab nach Hanstedt, kleiner Anstieg nach Brockel und auf dem direktesten Weg zur Elbfähre nach Kirchwerder. Direktester Weg hieß unasphaltierter Waldsweg zwischen Holtorsfloh und Ashausen mit vielen großen Pfützen und Furchen – die Rallye ging weiter. Glücklich und zufrieden haben wir ein Tag Pause verdient, um uns Hamburg anzuschauen.

Bergedorf – Hamburg – Wedel – Kollmar #ca.65km:

Entlang der Schienen, dann die ersten Hafenanlagen, fanden wir den Weg recht gut zu den Landungsbrücken. Von hier startet der Nordseefahrradweg zunächst immer an der Elbe entlang. Einmal dem Trubel in Hamburg nach Blankenese entschwunden, wurde es richtig gemütlich auf’m Deich. Einzig störend sind die Zäune für die man immer wieder Anhalten muss, wenn nicht andere freundliche Radfahrer diese gerade für einen aufhalten. Zudem muss man damit rechnen, dass das Fahrrad von unten voll mit Schafskot ist. Restkot hängt wahrscheinlich heute noch an unserem Tandem. Der nette Campingplatz direkt hinterm Deich bei Kollmar war ideal.

Kollmar – Glückstadt – Brunsbüttel – Marne – Büsum #ca.90km:

Was uns schon am Vortag aufgefallen war, ist, dass sich der Wind zu unseren Gunsten gedreht hat, so dass wir Richtung Meer mit Rückenwind fuhren. So ging es immer dem meist gut ausgeschilderten Nordseeradweg entlang, mal auf, mal hinterm Deich. Nette Abwechslung ist die Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel, wo dieser wenige Meter in die inzwischen sehr breite Elbe mündet. Zwischen Neufeld, Marne und Elpersbüttel entfernt sich der Nordseeradweg vom Wasser, um nicht die ganzen „majestätischen“ Kooge (Kaiser-Wilhelm-Koog, Kronprinzenkoog, Friedrichskoog, Kaiserin-Auguste-Viktoria-Koog) umfahren zu müssen. Also eine kleine Abkürzung, der auch wir gefolgt sind, um dann wieder in der Meldorfer Bucht auf das großer Wasser zu stoßen – leider meistens auf der anderen Seite des Deiches. Nördlich von Büsum, auch hinterm Deich, sind mehrere Campingplätze.

Büsum – St.Peter-Ording – Osterhever – Husum – Nordstrand #ca.90 km:

Weiter ging es immer am Deich, immer dem Nordseeradweg folgend – ist am einfachsten. Warum wir aber den Umweg nach St. Peter-Ording mitgemacht haben, lässt sich aus der Rückschau nicht mehr ganz rekonstruieren. Viel los, nieseliges Wetter, kurzer Blick auf den Riesenstrand, etwas gegessen und weiter ging’s. Kleines Highlight für die Ingenieure auf dem Weg dorthin war das große Eidersperrwerk. Mit Rückenwind weiter nach Husum, durch wirklich idyllische Landschaft. Einen Kuckuck haben wir gesehen. Leider waren wir nicht ganz so schnell wie das Wetter und fanden bei dem sehr plötzlich einsetzenden starken Regen mitten in der Pampa das wahrscheinlich billigste Cafe Deutschlands. Die Sonne kam zum Glück wieder raus – wir freuten uns auf die Ankunft in Nordstrand. Der Campingplatz war sehr schön – mal wieder hinter einem Deich – gelegen.

Nordstrand #ca.15km:

So ne Art Ruhetag mit herrlichem Ausflug auf einem Schiff zu Seehundbänken und der Hallig Hooge. Wieder angelegt ging es, was zum Standardprogramm unserer Touren geworden ist, auf die Suche nach einer Gaskartusche. Leider erfolglos an diesem Tag.

Nordstrand – Dagebüll – Niebüll – Dagebüll #ca.75 km:

35km hätten wir uns an diesem Tag sparen können – aber das Angenehme vorneweg. Der Weg führte durchweg vor dem Deich entlang, d.h. immer mit Blick auf das Wasser. Es war ein richtig schöner Tag und wir konnten alles beobachten, was die Natur an dieser Küste so hergibt. Gut gelaunt und sehr zufrieden nach einer ausgiebigen Pause in Dagebüll fuhren wir mit starkem Rückenwind weiter nach Niebüll, um uns dort für den restlichen Tag mit Nahrung, Literatur und einer Gaskartusche einzudecken. Der Tag sollte so gemütlich mit einer frühen Ankunft auf dem Campingplatz außerhalb Niebülls zu Ende gehen. Sollte! Den Campingplatz gab es nicht (mehr). Es half alles nichts, wir mussten die ganzen 13km bei starkem Gegenwind zurück nach Dagebüll, um dort auf den Campingplatz aufzusuchen. Dies ist natürlich strategisch ein Nachteil, wenn man am nächsten Morgen einen ganz bestimmten Zug in Niebüll erreichen muss. Nun gut: Sonnenuntergang am Meer hat auch was für sich und der Kampf gegen die Möwen um das eigene Fischbrötchen war auch ganz lustig. Noch zwei Beobachtungen in Sachen Dauercamper und Campen in Deutschland: Extra zwei ins Gras eingelassene Steinplatten (10 auf 10cm) für die Ständer der beiden Fahrräder. Daneben diskutieren Männer, wie die Waschbetonplatten am besten zu legen seien, um einen Weg zum Eingang des Wohnwagens vom Schotterweg des Campingplatzes zu haben.

Dagebüll – Niebüll #ca.13km:

Immerhin mit starkem Rückenwind ging es wieder zurück nach Niebüll, wo es, wir waren gerade im Bahnhof angekommen, anfing kräftig zu hageln – das erste richtig schlechte Wetter dieser Tour. Was geschickteres als diesen Zug von Westerland nach Basel (von Niebüll nach Freiburg), der auch noch spezielle Vorrichtungen für Tandems hat, kann man sich für so eine Sache nicht vorstellen – ohne Umzusteigen, einmal mit diesem großen Rad durch Deutschland (für das wir auch allerdings zweimal zahlen mussten – machen wir heute nicht mehr!).