Jura
 
Tandemtouren in Europa  
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Schweizer und Französisches Jura

 

Ausgangsort: Freiburg

Zielort: Freiburg

Rundtour über 1000km

Jahreszeit: Frühsommer (Pfingsten)

Karten: Michelin (1:200.000)

Etappen (30.5. – 5.6.2001)

1. Etappe: Freiburg – Vaufrey/F #ca.175km

2. Etappe: Vaufrey – Neuchatel/CH #ca.100km

3. Etappe: Neuchatel – Lac du Joux #ca.110km

4. Etappe: Lac du Joux – Chancia/F #ca.100km

5. Etappe: Chancia – Vernantois #ca.45km

6. Etappe: (Transfer) Arc-et-Senans – Isle-sur-le-Doubs #ca.100km

7. Etappe: Isle-sur-le-Doubs – Freiburg #ca.150km

 

Tourbeschreibung

Unsere allererste „große“ Tour mit dem Tandem. Die Kilometerangaben wurden den Angaben der Karten entnommen, da die Etappen schriftlich nicht festgehalten wurden. Wir wussten dann noch nicht, dass wir sie einmal gebrauchen könnten. Genauso wenig wussten wir nicht, wieviel man den so am Tag mit dem Tandem zurücklegen kann, die bisherigen kleinen Tagestouren gingen nicht viel weiter als 50km. Wieviel macht Gepäck hier aus? Wann isst man? Wie wird’s dem Hintern ergehen?

1. Freiburg – Breisach – Dannemarie – Delle – CH – Vaufrey #ca.175km:

Kein Problem, alles zu schaffen, sind ja auch zu zweit und damit müssten 200km doch mindestens drin sein – und ein wenig haben wir schließlich auch trainiert. Bis nach Breisach war man ja auch noch ganz guter Dinge. Auf dem sehr flachen Weg nach Süden, westlich an Mulhouse vorbei hatten wir allerdings Gegenwind und es zeigten sich die ersten Zweifel...der Optimismus schwand schon am ersten Tag. Weiteres Problem: das Anfahren. Soviel Gepäck auch vorne, dazu noch unsere Unerfahrenheit, mag für den einen oder andern Passanten bzw. Autofahrer belustigend gewesen sein. Die Gegend südlich von Mulhouse wurde hügeliger bis bergiger und das mit dem Essen hatten wir auch noch nicht so drauf – Hungerast (auch wenn wir dieses Wort dann noch nicht kannten). Dass sich der Hintern erst an die neue Sitzposition gewöhnen musste, merkten wir nach spätestens 120km. Trotzdem war’s eigentlich ein schöner Tag. Spannend, aber erfolgreich, war die Suche nach einem Weg zwischen dem französischen Croix und Fahy in der Schweiz: ein Feldweg über die grüne Grenze. Als es ein weiteres mal über die Grenze wieder nach Frankreich ins Doubs-Tal hinein ging konnten wir nur hoffen, dass es immer noch diesen Campingplatz in Vaufrey gab. Ein Jahr zuvor sind wir daran vorbei gekommen und weiter wollten wir beim besten Willen nicht. Es gab ihn und wir waren die einzigsten Zelter, denn der Boden bestand aus Kies...egal.

2. Vaufrey – Trevillers – Saignelegier (CH) – St Imier – Neuchatel #ca.110km:

Wie wir diesen Tag erfolgreich meistern konnten, ist uns bis heute ein Rätsel. Nach dem vorherigen Tag, wollte man nicht unbedingt an einen weiteren mit Radfahren denken. Muskelkater und der Hintern schmerzte, ein Weiterkommen scheinbar unmöglich. So waren auch die ersten Kilometer noch im Doubs-Tal nach Glere doch sehr beschwerlich. Der erste längere Anstieg schon nach wenigen Kilometern raus aus dem Tal schienen dies alles vergessen zu machen. Wir fingen an wilde Tiere und Landschaft zu genießen. Nach ca. 30 km sollte es wieder runter in die nun fast Doubs-Schlucht bei Goumois gehen, was gleichzeitig bedeutete, dass es danach 8 km (dann in der Schweiz) bergauf ging nach Saignelegier. Mit weiteren Anstiegen über die Bergketten des schweizerischen Jura nach St. Imier und noch mal ein letzter steiler Anstieg auf in Richtung dem Berg Le Chasseral. Immer zwischen 900 u. 1200 Meter über dem Meer bevor es hinab ging nach Neuchatel und dem Campingplatz außerhalb bei Marin-Espagnier. Sehr schöne Strecke. Insgesamt ca. 1600 Höhenmeter und trotzdem nicht ganz so fertig wie am Vortag.

3. Neuchatel – Crudefin – Estavayer – Yverdon – Mathod – Vallorbe – Lac de Joux #ca.110km:

Unser Weg, führte zunächst an der Ostseite des Neuchateler Sees entlang. Dass dort zufällig auch ein gut ausgeschilderter Radweg entlang ging, war unser Glück (von dem tollen Schweizer Radwegnetz wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts). Estavayer, ein sehr hübscher Ort mit der tollen Aussicht auf den See und den Blick auf die Juraberge, ist als Pause nur zu empfehlen. Der Tag war dennoch „überschattet“ vom drohenden Anstieg zum Lac de Joux. Umso erfreulicher war es dann, dass der Anstieg bis Vallorbe nur gemächlich ist, von dort nochmals 5 bis 6 km zu einer Passhöhe (davon die ersten 2 geschoben) mit einer vergleichsweise kurzen Abfahrt zum See – sehr schön, zumal die Sonne hier kurz rauskam an einem ansonsten doch relativ trüben Tag. 10 km am See entlang in Richtung le Sentier. Am Campingplatz angekommen begann das Warten bis der Regen aufhörte, damit wir endlich das Zelt aufbauen konnten.

4. Lac de Joux – la Cure (F) – Lajoux – les Moussieres – Viry – Oyonnax – Chancia #ca.100km:

Sehr empfehlenswerte Hochjura-Etappe entlang verschiedener Tälern. Die Anstiege waren verkraftbar, die großartige Landschaft hat das wieder wett gemacht. Die ersten  ca. 75 km waren immer zwischen 1000 und 1250m über dem Meer. Alles, bis auf die ersten 10km (bei denen es teilweise sogar geschneit hat!) wieder in Frankreich. Sehr zu empfehlen ist die Käserei in les Moussieres (Vieux Comte u. vor allem der Mousseron!). Das Wetter wurde immer besser, die Abfahrt nach Oyonnax gigantisch schön und der Campingplatz in Chancia an einem kleinen See so richtig schön warm - das Zelt trocknete im Nu.

5. Chancia – Orgelet – Reithouse (nur wegen dem Namen) – Vernantois #ca.45km:

Großes Wiedersehen mit alten Bekannten in Vernantois in der Nähe von Lons-le-Saunier stand auf dem Programm. Weit war es nicht mehr, also konnten wir den Tag ruhig angehen: mit einem Anstieg. Es ging hoch zum Stauwehr des Lac de Vouglans, weiter nach Orgelet, durch die Pampa und zum großen Hallo nach Vernantois.

6. Arc-et-Senans – Boussieres – Nancray – Lanans – Chazot – Isle-sur-le-Doubs #ca.100km:

Denjenigen, die sich so eine Tourbeschreibung komplett durchlesen, mag vielleicht aufgefallen sein, dass Startort mit dem Zielort des vorangegangenen Tages nicht ganz übereinstimmen. Der Kleinbus unserer Freunde war groß genug für ein Tandem und wir sind schwach geworden, indem wir uns nicht sehr bemühten das verlockende Angebot eines Transfers auszuschlagen. So sind wir bei dieser bekannten Saline in Arc-et-Senans gestartet, umfuhren Besancon südlich und kamen recht zügig in der hügeligen Landschaft mit freundlichem Rückenwind voran. Von einem village fleuri zum nächsten. Nur eine nennenswerte Steigung zum Col de Ferriere (ca. 600m) bevor es (mal wieder) zum Doubs hinunter ging nach Isle-sur-le-Doubs.

7. Isle-sur-le-Doubs – Montbeliard – Morvillars – Bretagne (nur wegen dem Namen) – Dannemarie – Mulhouse – Neuenburg – Bremgarten – Freiburg #ca.150 km:

Es ging eigentlich nur noch darum nach Hause zu fahren. Die Strecke durch das Elsass und Markgräflerland ist bis auf kleinere Stellen vor allem um Montbeliard überwiegend flach. Was wir an diesem Tag gelernt haben ist, dass es noch nicht so ganz klappt, wann man denn wegen dem plötzlich einsetzenden Regen am besten anhält um sich wettersicherer anzuziehen. Als Höhepunkt zu erwähnen ist die ca. 20km zwischen Dannemarie und Mulhouse, die man vollständig am Kanal bestreiten kann. Sehr angenehm schönes und zügiges Vorankommen ist hier möglich. Eine der wenigen Radwege in Frankreich – das muss ausgenutzt werden. Der Kanal (und damit auch der Radweg) führt von Mulhouse weiter bis nach Basel, wir mussten aber eher in Richtung Norden. Die Sonne hat sich allmählich durchgesetzt und mit geölter Kette sind wir schließlich in einem berauschenden Schnitt die letzten 30km nach Freiburg geheizt (dem Rückenwind sein Dank). Glückliche erste Rückkunft von einem gelungen Auftakt unserer Tandemtouren.